Geiz ist Geil oder der Preis der Gesundheit

Gesundheit ist eigentlich unbezahlbar. Trotzdem können Krankenkassen ganz genau sagen, was zum Beispiel ein Beinbruch oder eine Blinddarmoperation kosten. Das deutsche Gesundheitswesen gehört zu den besten der Welt, kostet aber auch sehr viel Geld. Die Ausgaben werden von Arbeitgebern und Arbeitnehmern gemeinsam finanziert, die jeweils Beiträge an die Krankenkassen zahlen. Neben den gesetzlichen Kassen gibt es die private Krankenversicherung, kurz PKV.

Der Spruch, demzufolge Geiz geil ist, prägt weite Teile der Gesellschaft. In vielen Bereichen soll es vor allem möglichst billig sein. Dieser Anspruch hat sich teilweise auch bereits auf das Gesundheitswesen übertragen, doch das Billig-Prinzip stößt hier an seine Grenzen. Die Medizin macht permanent Fortschritte, kann immer mehr Krankheiten immer besser heilen. Doch dieser medizinische Fortschritt ist nicht zum Nulltarif zu haben, daran kann auch keine Gesundheitsreform etwas ändern. Der demographische Wandeln tut ein Übriges, so dass sich die Beitragszahler auch in Zukunft auf steigende Kosten für das Gesundheitswesen einstellen müssen. Auch dank der stetig verbesserten medizinischen Versorgung werden die Menschen immer älter, das Renteneintrittsalter hat sich allerdings seit Jahren kaum erhöht. Das bedeutet: Immer weniger Berufstätige müssen als Beitragszahler die Kosten für immer mehr gesetzlich versicherte Rentner finanzieren, die oft nur geringe Altersbezüge haben und daher auch nur wenig an ihre Krankenkasse zahlen. So führt die für sich genommen erfreuliche demographische Entwicklung im Gesundheitswesen zu denselben Problemen wie im gesetzlichen Rentensystem. Auch hier mangelt es bekanntlich an Beitragszahlern, während andererseits die Rentenbezugsdauer stetig steigt.

Schon heute fließt in Deutschland jeder zehnte Euro, der hierzulande erwirtschaftet wird, in das Gesundheitswesen. Noch 1970 waren es nur fünf Prozent vom Bruttoinlandsprodukt. Verteilt wird das Geld von den gesetzlichen und privaten Krankenkassen, die es zuvor in Form von Beiträgen einnehmen. Es existiert eine Vielzahl von Vereinbarungen zwischen Krankenhäusern und ihrer Apotheke (vfg Apotheke) , Ärzteorganisationen, Apotheken und Krankenkassen darüber, wer für welche Leistung wieviel Geld erhält.

Die gesetzlichen Kassen in Deutschland müssen seit der Einführung des Gesundheitsfonds einen einheitlichen Beitrag erheben und können sich seither nicht mehr durch besonders niedrige Sätze von ihren Mitbewerbern abheben. Kassen, die mit dem Einheitssatz nicht auskommen, können ihre Mitglieder über einen Zusatzbeitrag zusätzlich belasten. In der privaten Krankenversicherung hingegen gibt es zwischen den einzelnen Anbietern zum Teil deutliche Unterschiede. Ein Vergleich von verschiedenen Angeboten lohnt sich daher auf jeden Fall.